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Das Bad für den dritten Lebensabschnitt fit machen Neuenhagen Wer nicht mehr so gelenkig ist, kennt die Probleme der täglichen Körperpflege im Badezimmer nur zu gut. Enge Raumverhältnisse, ein glatter Boden oder Schwellen im Bad – es kommt einiges Zusammen, was einem den Badezimmerspaß ganz schön vermiesen kann. Was kann man tun, um Selbständigkeit und Badespaß auch im Alter, nach einer Rehabilitation oder bei einer Behinderung aufrechtzuerhalten? Wir sprachen dazu mit dem Neuenhagener Haustechnikexperten Andreas Müller. Der Sanitärfachmann hat sich auf barrierefreie Bäder spezialisiert und ist zertifiziertes Mitglied im Initiativkreis Vitales Bad, einer Kooperation von Handel und Industrie, die gemeinsam für die Schaffung sogenannter vitaler Bäder eintritt.Frage: Herr Müller, warum kommt es im Alter gerade im Bad zu Problemen mit der Ausstattung? Hr. Müller: Zum einen besteht hier eine erhöhte Unfallgefahr durch den Umgang mit Wasser und die damit verbundene Rutschgefahr. Zum anderen gibt es im normalen Bad kaum Möglichkeiten zu Festhalten, Ausruhen und Abstützen. In den Wohn- und Schlafzimmern entwickeln alte Menschen ihr wenn auch nicht optimales, so doch funktionierendes System, selbständig zurechtzukommen. Häufig bieten hier Stühle, Kommoden, Betten oder Schränke Halt. Worauf soll man sich im Badstützen? Der durchschnittliche Waschtisch eignet sich dazu natürlich nur bedingt. Bei der Nutzung der Dusche oder des WCs ist der Bewohner völlig auf sich alleingestellt. Eigene Hilfsmittel wie Gehhilfen oder Prothesen werden ja in der Regel beim Waschen abgestellt bzw. abgenommen.Frage: Was kann man denn konkret tun, um Sicherheit und Komfort im Bad zu erhöhen? Hr. Müller: Die Industrie bietet heute von Haltegriffen und -stangen über Badewannen mit geringer Einstiegstiefe, ergonomisch geformten Waschtischen zum Heransetzen und Abstützen, greiffreundlichen Armaturen bis zur ebenerdigen Dusche alles, was den Aufenthalt im Bad sicherer und praktischer gestaltet. Wichtig ist nur, dass die Ausstattungen auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind und richtig angebracht werden. Wenn beispielsweise Stützgriffe neben dem WC montiert werden, so sollte man das alte Mauerwerk besser unbeschadet lassen. Heute gibt es spezielle Vorwandkonstruktionen, die eine stabile Installation aller Sanitätsausstattungen einschließlich Waschtisch und WC gewährleisten und eine praktische Ablagefläche schaffen.Frage: Gibt es Richtlinien für ein optimiertes Bad? Hr. Müller: Es gibt einschlägige Normen, die Empfehlungen hinsichtlich der Ausstattungen und Bewegungsflächen im Bad geben. Sie bieten eine Orientierung, wobei natürlich in der Praxis der Grundriss des Bades und die Bedürfnisse der Nutzer der Maßstab sind. Die DIN 18025, Teil 2, zum Beispiel richtet sich mit ihren Empfehlungen an alle, die präventiv eine altersgerechte Einrichtung ihres Bades planen. Für Rollstuhlfahrer gibt es die DIN 18025, Teil 1, die im wesentlichen größere Bewegungsflächen im Bad vorsieht.Frage: Können Sie uns einige Ausstattungsbeispiele nennen? Hr. Müller: Alle Bedienungselemente wie Griffe, Haltestangen oder Toilettenspültasten sollten auch im Sitzen zu erreichen sein. Selbst der Waschplatz müsste von einem Sitzenden bequem nutzbar sein und genügend Beinfreiheit bieten. Leicht zu bedienende Armaturen mit integrierter Heißwassersperre schützen vor Verbrühungen. Stützgriffe geben bei Bedarf Sicherheit neben Wachtisch und WC. Und ein klapp- oder einhängbarer Duschsitz macht das Duschen bequem und sicher. Vieles, was die Norm Rollstuhlfahrern empfiehlt, bietet auch für Senioren einen hohen Komfortgewinn, beispielsweise die hier empfohlene Anbringung des WCs auf 48 cm Höhe. Entsprechende Ausstattungen die eine ganzheitlich barrierefreie Ausstattung des Bades möglich machen, bietet der Initiativkreis Vitales Bad.Frage: Diese Maßnahmen bieten ja auch für jüngere Vorteile und mehr Sicherheit. Wann sollte denn eine entsprechende Ausstattung des Bades erfolgen? Hr. Müller: Beim Neubau sollten die Bewegungsflächen möglichst gleich berücksichtigt werden. Jüngere Leute können diese Flächen zunächst anders nutzen, zum Beispiel zum Aufstellen einer Waschmaschine oder Wickeltisches. Bei bestehenden Wohnungen ist meist der richtige Zeitpunkt gekommen, wenn die Kinder aus dem Haus sind. In der Regel stehen dann ohnehin Umbaumaßnahmen an, so dass auch das Bad für den dritten Lebensabschnitt fit gemacht werden kann.Frage: Gibt es finanzielle Unterstützungen für solche Maßnahmen? Hr. Müller: In Abhängigkeit vom Einzelfall stehen Zuschüsse aus der Kranken-, Renten- oder Pflegeversicherung, aus Sonderprogrammen von Ländern und Kommunen, von Berufsgenossenschaften, Arbeits- und Versorgungsämtern für solche Wohnraumanpassungsmaßnahen zur Verfügung. Unsere Aufgabe ist es, den Verbraucher auch dahingehend zu beraten.
Bäder müssen auch alten Menschen Spaß machen Bislang waren es vor allem die Jungen, die Gesunden und Sportlichen, deren Bedürfnisse von der Industrie bei der Entwicklung geschmackvoller und modischer Badausstattungen berücksichtigt wurden. Mit der demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft und dem erstarkenden Selbstbewußtsein älterer Menschen hat sich das Bild gewandelt: Schönheitspflege, Regeneration und Wellness – all die zusätzlichen Möglichkeiten, die Bäder heute bieten, sind nicht mehr nur den Jungen vorbehalten. „Vitalität im Bad ist längst keine Frage des Alters mehr, sondern der Ausstattung“, erklärt Andreas Müller von der Firma Andreas Müller Haustechnik.

Das Neuenhagener Unternehmen beschäftigt sich seit längerem mit der Ausstattung barrierefreier Bäder und hat als zertifiziertes Mitglied des Initiativkreises Vitales Bad die für diesen Bereich speziell erforderliche Fachkunde erworben. „Man muss Barrieren im Bad erkennen und beseitigen“, so Herr Müller, „dann macht auch im Alter der Aufenthalt im Bad wieder Spaß“.

Richtlinien und Normen wie die DIN 18025, Teil 2, geben an, wie durch Modernisierung ein sicheres und bedarfsgerechtes Bad für den dritten Lebensabschnitt entstehen kann. Wie Herr Müller betont, dürfen Schwellen den Zutritt zum Bad nicht behindern. Abnehmende Reaktionsfähigkeit im Alter erhöhe auf feuchtem Boden die Sturzgefahr. Rutschhemmende Bodenbeläge, Griffe und als Stützgriffe nutzbare Handtuchhalter empfiehlt hier der Fachmann zur Reduzierung des Unfallrisikos. Auch beim Umgang mit heißem Wasser können verlangsamte Reaktionen schnell zur Verbrühungen führen: „Hier setzen wir beispielsweise Armaturen mit Temperaturbegrenzern ein“, sagt Herr Müller. Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit machen sich auch am Waschtisch bemerkbar. Häufig wird hier eine Sitzgelegenheit herangezogen, die Beinfreiheit unter dem Waschtisch erfordert. Hierfür empfiehlt der Experte speziell entwickelte, untersitz- bzw. unterfahrbare Waschtische mit einer ergonomischen Beckeneinbuchtung im vorderen Bereich. Der Spiegel sollte sowohl aus einer stehenden, als auch aus einer sitzenden Position gleich gut einsehbar sein. Bei der Dusche rät der Spezialist für Vitale Bäder zu einer bodenbegehbaren Lösung mit einem einhängbaren oder fest installierten Sitz. Sollte eine Badewanne gewünscht sein, so ist darauf zu achten, dass sie neben einer ergonomischen Form einen rutschfesten Boden sowie eine geringere Tiefe hat, die den Ein- und Ausstieg erleichtert. Abschließend ist beim WC auf eine nutzergerechte Höhe bzw. Ausladung (ohne Kompromisse bei der Hygiene) zu achten.

„Idealerweise sollte immer dann“, so Herr Müller, „wenn ohnehin Modernisierungsmaßnahmen anstehen, auch gleich altersgerecht umgebaut werden“. Zumal es heute aufeinander abgestimmte Ausstattungen gebe, die ästhetisches und barrierefreies Wohnen bestens miteinander in Einklang brächten. Anhand moderner Vorwandinstallationssysteme könne die Renovierung heute sauber und schnell durchgeführt werden, da das alte Mauerwerk völlig unbeschadet bleibe. Für den Fall, dass Umbauten und bedarfsgerechte Ausstattungen die finanziellen Möglichkeiten eines Modernisierers übersteigen, weiß der Fachmann auch hier Rat. Unterstützungen können je nach Situation sowohl von Kranken- oder Pflegekassen als auch von Sozialämtern oder aus Sonderprogrammen kommen. „Wir sehen unsere Aufgabe nicht nur in der produktspezifischen Beratung und in der fachgerechten Ausführung der Arbeiten, sondern wollen auch bei allen Fragen helfen, die im Zusammenhang mit der Einrichtung eines zukunftsorientierten, barrierefreien.
Probleme sichere und komfortable Bäder schaffen Neuenhagen Wenn man älter wird, lässt die Beweglichkeit nach, geht manches auch nicht mehr so leicht und schnell von der Hand. Gerade im Bad möchte man sich auch im Alter ohne fremde Hilfe seiner Körperpflege widmen können. Durch eine funktionsgerechte Ausstattung beziehungsweise Umgestaltung des Raumes wir die erwünschte Selbständigkeit ermöglicht. Andreas Müller von der Andreas Müller Haustechnik, dem Neuenhagener Spezialisten für barrierefreie Badgestaltung und Mitglied im Initiativkreis Vitales Bad, hat hier die wesentlichen Punkte zusammengestellt.

Die wichtigsten Planungsgrundlagen finden sich in der DIN 18025, Teil 2. Diese Norm gibt Empfehlungen für Bewegungsflächen, Ausstattungen und Installationsmaße im Bad. Ziel ist, das Bad so zu gestalten, dass es auch im Alter oder bei Krankheit ohne Einschränkungen genutzt werden kann. Denn oft wird in solchen Fällen das vorhandene Bad den veränderten Bedürfnissen der Bewohner nicht mehr gerecht.

Die erste Aufmerksamkeit gilt der Badezimmertür. Sie sollte eine lichte Breite von mindestens 80 cm haben. Türschwellen sind immer Barrieren und sollten am besten gar nicht vorhanden sein. Ist die Schwelle unvermeidbar, so sollte sie zwei Zentimeter nicht überschreiten. Wichtig ist weiter, dass die Tür nach außen aufschlägt: Bei einem eventuellen Schwächeanfall könnte der Betroffene sonst – fällt er vor der Tür – den Helfern den Zutritt blockieren. Der Boden muss rutschsicher sein und die Einrichtungsgegenstände sollten den Anforderungen der Nutzer angepasst werden.

Beengte Raumverhältnisse behindern ältere oder bewegungseingeschränkte Menschen bei der Körperpflege. Deshalb sollten die Bewegungsflächen vor Waschplatz, WC, Dusche und Wanne mindestens 1,20 x 1,20 m groß sein. Wer ein kleines Bad verändern möchte, braucht deshalb nicht zu verzweifeln. Auch ein vier Quadratmeter großes Bad lässt sich seniorengerecht verändern. Die Vorwandinstallation macht heute ganz neue Raumeinteilungen möglich, denn die Sanitärobjekte können unabhängig von vorhandenen Anschlüssen dort angebracht werden, wo sie für den Nutzer am bequemsten zu nutzen sind. Die Vorwand selbst dient gleichzeitig als Ablagefläche.

Die Norm empfiehlt Beinfreiraum unter dem Waschtisch, damit sich der Nutzer hier bequem heransetzen oder mit dem Rollstuhl heranfahren kann. Ideal ist es dann, wenn der Waschtisch über eine nach innen gewölbte Vorderfront verfügt. Bei den Armaturen bietet es sich an, einen Einhebelmischer mit einem längeren Bedienhebel zu wählen, der auch im Sitzen gut zu erreichen ist. Ferner ist ein im Sitzen verstellbarer Spiegel zu empfehlen. Ablagen, Haken und Zahnputzbecher können dank abgerundeter Kanten und kontrastreicher Farben vor Verletzungen schützen und Orientierungshilfen bieten. Als Stütze sind stabile Handtuchhalter, die neben dem Waschtisch angebracht sind, sinnvoll.